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Anschreiben an die Delegierten zur Bewerbung um die Kandidatur für den Bundestag im Wahlkreis Rhein-Neckar

- Das Ganze sehen -

Dossenheim, den 20. Juli 2020

Sehr geehrte Delegierte,
sehr geehrte Partei-Freunde,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

unter dem Leitgedanken „Das Ganze sehen“, den Professor Wolfgang Huber einmal als Titel für seine durch die systematischee Theologie geprägte Predigt in der Heiliggeistkirche gewählt hatte, möchte ich mich nach persönlicher Abspache mit dem Kreisvorsitzenden Herrn Klein gerne bei Ihnen um die Kandidatur für den Bundestag in Ihrem Wahlkreis Rhein-Neckar bewerben.

Das Ganze sehen - Die CDU ist eine Partei mit dem Anspruch, den politischen Problemen und Interessen eine ganzheitliche Betrachtung zugrunde zu legen, um dadurch als Partei für das gesamte Land tragfähige und nachhaltige Lösungen zu suchen. Gleichzeitig umfasst „das Ganze“ jedoch auch, die Gesetze für die Gesellschaft und den Glauben aus der Gesellschaft miteinander in harmonischen Einklang zu bringen.

Das Ganze sehen - mit diesem Leitgedanken möchte ich mich gerne zunächst bei Ihnen vorstellen, um damit dann gegebenenfalls später im Wahlkampf das Vertrauen der Wähler in die ganzheitliche, gründliche und systemische Politik der CDU zu unterfüttern, zu beleben und schlußendlich deren Stimmen für das Mandat sowie für die CDU zu gewinnen. Der Anspruch ist dabei kein geringer, aber es ist einer, den die Partei insgesamt sowie dieser Kreis mit Professor Harbarth als visionsstiftendem Vorgänger dieses Bundestagsmandats für die Zukunft unseres Landes zu fordern verpflichtet ist, dazu gleichzeitig aber auch sicherlich schon von sich aus ambitioniert ist. Denn praktisch in allen Brennpunkten der Politik wird es in Zukunft auf ganzheitliche Betrachtungen ankommen, wobei dies neben der Außen- und Sicherheitspolitik insbesondere auch für den Bereich zwischen technologischer Innovation/ Entwicklung und infrastruktureller Realisierung gilt. Konkret sind davon zum Beispiel die Digitalisierung in allen Sektoren (Gesundheitswesen, Verkehrswesen, Industrie, Schule), die biotechnologische F&E im medizinischen, chemischen und Agrar-Bereich sowie die Entwicklungen in der Automobilindustrie betroffen. Ebenso gilt es nach der Corona-Epidemie Wirtschaft, Arbeit, Integration, Innovation, Ökologie und Finanzen wieder unter einen Hut zu bekommen.

Als interdisziplinär ausgerichteter Naturwissenschaftler mit einer Promotionsarbeit im Bereich der quantitativen Systembiologie sehe ich mich nicht nur im biologisch-medizinischen Bereich, sondern durchaus auch allgemein naturwissenschaftlich und mathematisch qualifiziert, um die Arbeit der Regierung speziell in den F&E-nahen Bereichen als Parlamentarier zu begleiten, zu bewerten, zu fördern und im Wahlkreis zu kommunizieren. Hierbei spielt für mich gerade auch die Sensibilisierung der Menschen im Wahlkreis eine entscheidende Rolle, da aufgrund der immensen Komplexität der Themen (wie zum Beispiel beim Klimapaket) ein gutes Verständnis der Problematik bei allen Bürgern vorteilhaft - vielleicht sogar unabdingbar - ist, um die vernünftigen Entscheidungen am Ende politisch durchsetzen und realisieren zu können.

Über meinen naturwissenschaftlichen Promotionsgrad hinaus besitze ich außerdem einen postgradualen LL.M.-Abschluss in Restrukturierung, bei dem ich neben dem betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt auch in das Jura-Studium einschließlich des durch die Corona-Krise wichtig gewordenen Insolvenzrechts eingetaucht bin. Dieser Abschluss ist bei mir zwar nur als Ergänzung und nicht etwa als eigenständiger berufsqualifizierender Abschluss zu werten, im Vergleich zu anderen Parlamentariern befinde ich mich damit jedoch eben in der Position für die so wichtige ganzheitliche Betrachtung zum Beispiel der mit der Wirtschaft und den Finanzen eng verwobenen Technologiebereiche. Meine grundlegende juristische Vertrautheit würde es mir außerdem erleichtern, politische Vorschläge oder gar Konzepte von Vorne herein im Einklang mit den gesetzlichen und dabei vor allem auch mit den verfassungs- und EU-rechtlichen Bestimmungen zu gestalten.

Abschließend wäre ein eher persönliches Anliegen bei meiner Kandidatur auch, mit meinem langjährigen kirchlichen Engagement in der Heiliggeistkirche der kirchlichen Bedeutung und damit durchaus auch dem christlichen Fundament der CDU die gebotene Aufmerksamkeit und Authentizität einzuräumen. Uns in Deutschland geht es gut, vor allem geht es auch jüngeren Menschen gut, wobei diese Altersgruppe von Menschen (vor allem zwischen 18 und 25 Jahren) vielleicht deshalb am stärksten dazu neigt, aus der Kirche auszutreten. Wir dürfen die langfristigen Höhen und Tiefen des Lebens jedoch nicht aus dem Auge verlieren, denn in vielen ernsten Lebenslagen sind es die Erfahrungen und die bedingungslose Offenheit der Kirche, die uns weiterhelfen.

Meine Bewerbung um diese Kandidatur mag in Anbetracht meiner noch jungen Mitgliedschaft in der Partei für Sie als kurzfristig erscheinen. Die Verbundenheit der Partei mit den Kirchen erfordert jedoch unbedingt auch ein kirchliches Engagement der Politiker der CDU, weshalb ich an Sie appelliere, mein kirchliches Engagement wie ein parteiliches zu honorieren. Für mich, für den Wahlkreis und für die CDU dürfte jetzt der geeignete Zeitpunkt und der Bundestag das richtige Millieu für meine Kandidatur sein. Denn entscheidend wird am Ende des Tages sein, den hohen und komplexen Anforderungen in der Bundespolitik aus diesem Wahlkreis heraus mit ganzheitlicher Kompetenz gerecht zu werden, damit dieser Wahlkreis seinen Einfluss in der Politik weiter stärken und in der Bundespolitik im Idealfall eine führende Position einnehmen kann.

Ich möchte in diesem schon ausführlichen Schreiben nicht noch weiter ausschweifen und deshalb für weitere Informationen über meinen Lebenslauf sowie meine politischen Standpunkte und Ambitionen auf die Webseite verweisen, die ich in einer ersten Version unter der Adresse

cdu.jens-keienburg.de

für Sie veröffentlicht habe. Daneben möchte ich Sie jedoch auch als Kehrseite zur Politik auf meine gesellschaftliche „Visitenkarte“ hinweisen. Auf dieser Seite unter

gesellschaft.jens-keienburg.de

finden Sie interessante Links zu ehrenamtlichen Engagements von mir, die von studentischer Avant-Garde-Pionierwissenschaft über visionäre Kunst und lebendiger Kirche bis hin zu unterhaltsamer Kirchenmusik reichen. Hervorheben möchte ich dabei das jüngste Pro-Geist-Heft der Heiliggeistkirche, in dem Sie von mir neben einer theologischen Reflektion einen interessanten Rückblick auf die weltwärts gewandten Veranstaltungen der Citykirche finden.

Besonders würde ich mich dann natürlich über die Möglichkeit freuen, mich bei Ihnen im Ortsverband persönlich vorzustellen und mit Ihnen zu diskutieren.

Es geht um viel! In diesem Sinne hoffentlich bis bald,

Ihr Jens Keienburg